• Claudia Hude

Mehrfachbelastungen bringen viele an Grenzen

Gerade im bäuerlichen Alltag gilt es, achtsam mit sich umzugehen und Hilfe zu holen, wenn es notwendig ist.


„Durch offene Gespräche können viele Probleme aus dem Weg geschafft werden. Wenn das einmal nicht mehr geht, ist Hilfe holen leicht und keine Schande“, so Quehenberger. Foto: Bauernbund/Manuel Horn

Der Arbeitsalltag auf einem Bauernhof wird nach wie vor vom Leben von und mit der Natur bestimmt. Alle am Hof lebenden Personen sind in die tägliche Arbeit miteinbezogen und so verschwimmen die Grenzen von Freizeit und Arbeit: „Als bäuerliche Familie zu leben bedeutet oft einer Mehrfachbelastung ausgesetzt zu sein. Die Bewirtschaftung des Hofes, das wirtschaftliche Überleben zu sichern, die Nebenerwerbstätigkeit auszufüllen, dem Familienleben Platz zu geben, den Haushalt zu bewältigen, neue Vertriebswege für die eigenen Produkte zu suchen, aber auch die steigenden Erwartungen an die eigenen Produkte üben oft Druck auf die Familien aus und führen nicht selten zu zwischenmenschlichen Problemen“, erklärt der Obmann des Salzburger Bauernbundes Präs. Rupert Quehenberger.


Auszeiten kaum möglich

Den Tieren ist es egal ob Sonntag, Dienstag oder Feiertag ist. Sie wollen versorgt werden, sieben Tage die Woche. Das ist ein Aspekt, den viele Menschen nicht bedenken. Urlaub oder zumindest eine kleine Auszeit nehmen ist in der landwirtschaftlichen Arbeit kaum möglich. Und wenn dann nur, wenn alle anderen umso mehr arbeiten. Die ständige Belastung kann schnell in ein Burnout führen. Gepaart mit dem Zusammenleben mehrerer Generationen am Hof und wirtschaftlichen Problemen kann die Situation schnell zu viel werden und zu zwischenmenschlichen Problemen führen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen ist der familiäre Aspekt untrennbar mit der bäuerlichen Arbeit verbunden. Das beginnt damit, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen. Das ist im Idealfall für alle von Vorteil. Wenn es aber unterschiedliche Vorstellungen über die Hofführung gibt und es bei der Übergabe des Hofes oder auch einfach nur beim Zusammenleben zu Konflikten kommt, ist das eine große Belastung für alle Beteiligten“, so Quehenberger.


Hilfe holen ist kein Problem

Wenn es am eigenen Hof Probleme gibt, braucht es oft Hilfe von außen. „Aber Hilfe holen ist nicht schwer. Egal ob es um Paarkonflikte, Generationenkonflikte, Übergabeprobleme oder andere Themen rund um das Zusammenleben und Zusammenarbeiten auf den Höfen geht, steht das kompetente Team von Lebensqualität Bauernhof bereit, um mit Rat und Tat zu helfen.“ Die Kontaktdaten zur Initiative des Landes und der Landwirtschaftskammer: www.lebensqualitaet-bauernhof.at Beratung und Terminvereinbarung unter der Telefonnummer: 0664/410 50 65