„Mach das, du kannst das.“
- Claudia Hude
- 27. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Diese Reaktion ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter prägte Karoline Edtstadler und bestärkte sie darin, das Amt der Landeshauptfrau von Salzburg zu übernehmen. Kurz vor ihrer Wahl spricht sie mit der BauernZeitung über die künftigen Herausforderungen.
Frau Edtstadler, in weniger als einer Woche werden Sie zur Landeshauptfrau von Salzburg gewählt. Hand aufs Herz, wie geht es Ihnen, wenn Sie an die vor Ihnen liegende Aufgabe denken?
In erster Linie freue ich mich sehr darauf, denn es gibt nichts Schöneres, als für das eigene Heimatbundesland zu arbeiten und es gemeinsam mit den Salzburgerinnen und Salzburgern gestalten zu dürfen. Es ist aber auch eine große Portion Respekt dabei. Auf mich kommen viele Menschen zu, sprechen mich an und reagieren sehr positiv und wertschätzend - die Erwartungshaltung ist sehr hoch. Prägend war für mich die Reaktion meiner Mutter, die Anfang des Jahres verstorben ist. Sie hat gesagt: “Mach das, du kannst das. Und du wirst sehen, du bekommst ganz viel Frauensolidarität.“ Und das spüre ich täglich tatsächlich sehr oft und von den unterschiedlichsten Seiten.
Sie übernehmen das Land in politisch herausfordernden Zeiten. Welche politischen Schwerpunkte möchten Sie in den kommenden Jahren für Salzburg setzen?
Mein Team in der Landesregierung und ich werden alles unternehmen, um den Wirtschaftsstandort Salzburg weiter zu stärken. Die starke Position Salzburgs ist der Verdienst der hart arbeitenden Menschen im Tourismus, der Industrie, im Gewerbe, der Dienstleistung und ganz besonders in der Landwirtschaft. Natürlich sind die Zeiten herausfordernd. Wir müssen das Landesbudget wieder ins Lot rücken und gleichzeitig eine positive Grundstimmung für die Wirtschaft erzeugen: Mehr Platz für Wachstum, kein Platz für überbordende Bürokratie.
Mein zweiter politischer Schwerpunkt liegt bei der Sicherheit, und zwar Sicherheit in allen Bereichen. Das heißt Sicherheit im klassischen Sinn, aber auch die Sicherheit zu haben, die beste Bildung, Gesundheitsversorgung und im Fall des Falles auch Pflege zu bekommen. Dazu gehört natürlich auch die Unterstützung für die Blaulicht-Organisationen mit ihren vielen Freiwilligen.
Als dritter Punkt ist mir die Förderung Salzburgs als Ort der Tradition und Moderne ein großes Anliegen. Ich denke dabei an die vielen Vereine und Initiativen, Institutionen wie die Salzburger Festspiele oder den Universitäts- und Wissenschaftsstandort. Das alles macht Salzburg lebendig, lebenswert und so unfassbar vielfältig.
Der ‚Salzburger Weg‘ steht für parteiübergreifendes Arbeiten und sachorientierte Lösungen. Wollen Sie diesen politischen Stil fortsetzen – oder wird sich mit Karoline Edtstadler auch die Tonlage in der Landespolitik ändern?
Die Volkspartei und ich stehen für den konstruktiven Salzburger Weg, den wir gemeinsam beschreiten wollen. Die Menschen erwarten sich Lösungen. Um diese Lösungen muss man ringen, ohne dabei in kleinkarierte Streitereien zu fallen. Aber natürlich habe ich meinen eigenen Führungsstil. Ich möchte auf die Menschen zugehen und offen für ihre Anliegen und Wünsche sein. Ich stehe aber auch dazu, klare Antworten zu geben, wenn etwas nicht geht.
Ende Juni werden Sie auch zur ersten Landesobfrau der Salzburger Volkspartei gewählt. Wie sehen Sie die Zukunft der Salzburger Volkspartei und ihrer Bünde?
Ich möchte die Partei jünger, weiblicher und offener machen. Hier haben wir ja einen internen Prozess gestartet, bei dem das klar als Wunsch zum Ausdruck gekommen ist. Der erste Teil des Prozesses wird jetzt abgeschlossen, nun beginnen wir mit der Umsetzung. Die Salzburger Volkspartei ist bunt und vielfältig und vertritt die vielfältigen Interessen der Bevölkerung. Genau das spiegeln auch die Bünde wider. Wenn alle an einem Strang ziehen, trägt jeder seinen Teil zum Erfolg der Volkspartei bei.
Die Salzburger Landwirtschaft lebt von ihren Familienbetrieben – sie leisten wirtschaftlich und gesellschaftlich einen wichtigen Beitrag. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass diese Betriebe weiterhin bestehen können – und auch für die nächste Generation attraktiv bleiben?
Es ist unbestritten, dass die Leistung unserer Landwirte weit über die nachhaltige Produktion regionaler Lebensmittel hinausgeht.
Andere Wirtschaftszweige wie etwa der Tourismus, wären ohne den Beitrag der Bauern für die weit über die Grenzen unseres Landes bekannte Kulturlandschaft Salzburgs völlig undenkbar. Für die Betriebe ist wichtig, dass die Politik für attraktive Rahmenbedingungen und vor allem für Planungssicherheit sorgt. Landwirtschaftliche Betriebe investieren langfristig – darauf müssen auch gesetzliche Anpassungen Rücksicht nehmen. Das ist mir ein besonderes Anliegen, weil das unsere Zukunft absichert.
Und zum Abschluss möchten wir noch wissen, was Sie jeden Tag motiviert, die Aufgabe als Landeshauptfrau von Salzburg zu übernehmen?
Ich bin nach meinen beruflichen Stationen in Wien, Straßburg und Brüssel und nach meinen politischen Ämtern im Bund in meiner Heimat in Salzburg angekommen. Hier sind meine Wurzeln, ich bin in Elixhausen aufgewachsen und habe in der Gemeindevertretung in Henndorf am Wallersee meine ersten politischen Erfahrungen sammeln dürfen. Es geht mir so wie vielen Salzburgerinnen und Salzburgern, die in der Früh aufstehen und in die Arbeit gehen: Ich bin stolz auf unser Land, genieße den Austausch mit positiven und gut gelaunten Menschen und möchte meinen Beitrag für ein lebenswertes Salzburg auch in der Zukunft leisten.






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