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  • Claudia Hude

Hitzige Zeiten


Abg z NR Carina Reiter

Wir leben in hitzigen Zeiten. Während der Süden Europas unter einer noch nie dagewesenen Hitzewelle leidet, kommen wir Österreicher temperaturmäßig noch glimpflich davon. Das politische Klima wird jedoch auch hierzulande immer aufgeheizter.


In den letzten Monaten verging kaum eine Woche, in der nicht ein neues Aufregerthema polarisierte und versucht wurde, Teile der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen. Zuletzt beteiligte sich die Arbeiterkammer mit der Forderung nach einer Prüfung der Förderungen für die Land- und Forstwirte an diesem Spiel. Mediale Neiddebatten wie diese sind aus meiner Sicht absolut entbehrlich!

In der Welt der Wirtschaft werden Erfolge gefeiert, wenn Unternehmen, Banken oder Konzerne ihre positiven Bilanzen und Gewinne präsentieren. Die Landwirtschaft hingegen wird sofort kritisiert und mit Begriffen wie „Überförderung“ und „Krisengewinner“ konfrontiert, obwohl sie erfolgreich Arbeitsplätze sichert und hohe Qualitätsstandards aufweist. Dieses Ungleichgewicht in der medialen Darstellung muss aufhören, die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern und ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft anerkannt werden.


Auch über die Einführung einer Vermögenssteuer wird heiß diskutiert. Hier wird auf teilweise hetzerische Art und Weise versucht Stimmung zu machen. Für mich ist klar, dass die derzeitigen Pläne dazu über das Ziel hinausschießen und insbesondere Bäuerinnen und Bauern, die ohnehin schon unter vielen Auflagen wirtschaften müssen, treffen. Eine zusätzliche Steuer auf die Produktionsgrundlage unserer Bauernfamilien ist in vielen Fällen nicht zu erwirtschaften und gefährdet unsere Existenz.


Radikalisierungen und Pauschalisierungen in der Sprache bringen uns nicht weiter und führen zum Gegenteil: einer immer stärker werdenden Polarisierung der Gesellschaft. Es braucht ein Miteinander auf Augenhöhe und eine Rückkehr zu einem gemäßigten (politischen) Klima, für das Österreich eigentlich über Jahrzehnte bekannt war. Gerade in hitzigen Zeiten wären „Schutzmaßnahmen für das politische Klima“ dringend notwendig.

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