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Transparenz ohne „Wenn und Aber“



 

Alexander Bernhuber, Agrarsprecher der ÖVP-Delegation im EU-Parlament, spricht mit der BauernZeitung über seine politischen Ziele, seine Arbeit für die Land- und Forstwirte in der EU und seine Motivation für die Bäuerinnen und Bauern zu arbeiten.

 

Bauernzeitung: Herr Bernhuber, Sie sind 31 Jahre alt, Landwirt und seit fast fünf Jahren Abgeordneter zum EU-Parlament und Agrarsprecher der ÖVP Delegation - was haben Sie davor gemacht und was treibt Sie an? 

bernhuber: Aufgewachsen bin ich in Kilb, im Bezirk Mostviertel, dort bewirtschafte ich gemeinsam mit meiner Familie einen für unsere Region typischen Rindermastbetrieb mit rund 30ha Fläche, den ich bereits 2012 übernehmen durfte. Davor habe ich im Francisco Josephinum Wieselburg maturiert und an der BOKU Wien studiert. Ehrenamtlich habe ich mich bereits mit 16 Jahren bei der Landjugend engagiert und dort zahlreichen Funktionen, bis hin zum Bundesobmann, innegehabt.

 

Das Jahr und die Gesetzgebungsperiode neigen sich dem Ende zu. Sie sind im EU-Parlament für den Landwirtschafts- und Umweltausschuss zuständig und waren unter anderem Chefverhandler bei wichtigen Themen wie Herkunftskennzeichnung und Pflanzenschutz. Was wurde für die Landwirtschaft erreicht?

2019, noch unter ganz anderen Vorzeichen, haben wir die Eckpunkte des Green Deals mit dem großen Ziel, Klimaneutralität in Europa bis 2050, beschlossen. Seitdem hat sich aber vieles geändert: COVID und der Krieg in der Ukraine haben aufgezeigt, auf welchem teils fragilen Fundament viele Lieferketten aufgebaut sind und wie wichtig regionale Versorgung, egal ob mit Lebensmitteln oder Energie, ist. Zum Glück hat sich diese Erkenntnis nach intensiven Verhandlungen schlussendlich auch in den beschlossenen Gesetzen wiedergespiegelt: Energie aus Holz und Biomasse bleibt weiterhin nachhaltig, absurde Pläne zur Pflanzenschutzmittelreduktion sind vom Tisch, dem Gesetz zur Wiederherstellung der Natur wurden die Giftzähne gezogen und beim auch für Salzburg wichtigen Thema Wolf haben wir es geschafft, dass die Europäische Kommission jetzt endlich einlenkt und die Änderung des Schutzstatus für den Wolf evaluiert.   

 

Letzte Woche wurde ja im EU-Parlament auch über Ihren Bericht zur Herkunftskennzeichnung für Honig, Fruchtsäfte und Marmeladen abgestimmt. Was erwartet uns da?

Transparentere Herkunftskennzeichnung ist seit Jahren die zentrale Forderung des Bauernbundes und auch mir persönlich ein großes Anliegen. Als ersten Schritt ist es nun gelungen, dass statt der pauschalen Angabe „EU/Nicht-EU Honig“ künftig auf dem Etikett eine genaue Angabe des Herkunftslands sein muss, gleiches soll künftig auch für Marmelade und Fruchtsäfte gelten.

Das Motto ist Transparenz ohne „Wenn und Aber“. Das hilft auf der einen Seite den Konsumenten, sich für qualitativ hochwertige regionale Produkte zu entscheiden und schützt auf anderen Seite auch die heimischen Produzenten. Ziel ist, die nun stattfindenden Trilogverhandlungen im Frühjahr abzuschließen, damit das Gesetz noch 2024 in Kraft treten kann.

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