• Claudia Hude

Salzburg baut Vorreiter Rolle bei regionalen Produkten aus


Der Obmann des Salzburger Agrar Marketing Günther Kronberger, LR Josef Schwaiger und Präs. Rupert Quehenberger ziehen Bilanz über drei Jahre SalzburgerLand Herkunftszertifikat und stellen das neuen Projekt „Kredenzer“ vor, mit dem sich auch Gemeinden um die Förderung der Regionalität annehmen können. Foto: Salzburger Agrarmarketing/Andreas Schaad

Seit drei Jahren nimmt Salzburg mit herkunftszertifizierten Lebensmitteln in Österreich eine Vorreiterrolle ein. Sei es im Lebensmittelhandel, in der Gastronomie oder in der Gemeinschaftsverpflegung. Mit dem neuen Projekt „Kredenzer“ engagieren sich darüber hinaus künftig auch Salzburger Gemeinden verstärkt um die Förderung der Regionalität.


Nach der erfolgreichen Einführung des „SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikats“ vor drei Jahren hat sich das Siegel strategisch weiterentwickelt. „Unser ursprüngliches Ziel war das Sichtbarmachen heimischer Lebensmittel. Hier ein Zeichen zu setzen und die Botschaft für die Konsumentinnen und Konsumenten erkennbar zu machen, ist mir ein großes Anliegen“, berichtet der Obmann des Vereins Salzburger Agrar Marketing, Landesrat Josef Schwaiger. Von Anfang an hat sich das „SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat“ bestens etabliert.


Konsumenten wollen wissen, wo’s herkommt

Nach einem Jahr waren über 100 Produzentinnen und Produzenten mit gut 800 Produkten zertifiziert. „Heute – mit Stand Ende März 2022 – sind es bereits 250 Produzentinnen und Produzenten sowie über 1.600 Lebensmittelprodukte, die das Herkunftssiegel tragen“, resümiert Schwaiger. Die „Salzburg schmeckt Familie“ wächst beständig. So können die Konsumentinnen und Konsumenten das SalzburgerLand immer wieder neu erschmecken und entdecken. „Auch in der Gastronomie steigt die Zahl der ausgezeichneten Betriebe. Mittlerweile sind wir bei 130 zertifizierten Gastronomen. Und im Herbst letzten Jahres haben wir damit begonnen, Küchen in der Gemeinschaftsverpflegung zu zertifizieren. Rückenwind bekommen wir durch den Landtagsbeschluss, der vorsieht, mindestens 25 Prozent Bio- und 50 Prozent Regionalanteil umzusetzen. Bisher wurden bereits 25 Küchen ausgezeichnet“, freut sich Sepp Schwaiger.


Alle ziehen am selben (Regionalitäts-)Strang

In einem nächsten Schritt findet nun das Gemeinschaftsprojekt „Kredenzer“ seine Umsetzung. In Zusammenarbeit mit AVOS, dem Salzburger Bildungswerk, der Landwirtschaftskammer Salzburg und dem Salzburger Agrar Marketing wird mittels einer Kontaktperson aus der Gemeinde - dem sogenannten „Kredenzer“ - die Bewusstseinsbildung für heimische Lebensmittel und Regionalität forciert. In einem ersten Schritt sollen vorhandene, regionale Angebote gesammelt, gebündelt und in weiterer Folge angeboten werden. „So kommen künftig noch mehr Lebensmittel aus regionaler Herkunft zum Einsatz“, so Josef Schwaiger. Nun folgte die Erweiterung des Herkunftszertifikats auch auf Produkte aus dem Non-Food-Bereich.


„garantiert regional“ zeigt neue Schätze

Dies war für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Salzburg, Rupert Quehenberger, ein logischer Schritt. „garantiert regional kann in Hinblick auf unser Regionalitäts-Bewusstsein so viel mehr sein als ‚nur‘ Lebensmittel. So gehören die Salzburger Gärtner zu den Ersten, die - neben den klassischen Kräutertöpfen - auch Blumen oder Zierpflanzen zertifiziert haben“, erklärt Rupert Quehenberger und nennt ein weiteres Beispiel: „Auch im Holzbereich macht es Sinn, Produkte von Bäumen, die bei uns gewachsen sind und hier verarbeitet wurden, mit dem Herkunfts-Zertifikat zu kennzeichnen. Man möchte es kaum glauben, wie viel Brennholz importiert wird, obwohl wir selber sehr viel davon haben. Auch hier zahlt es sich in Zukunft aus, nach dem SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat Ausschau zu halten.“ Im Non-Food-Bereich liegt der Schwerpunkt bei der Zertifizierung auf „gewachsen und verarbeitet“ im SalzburgerLand. „Konkret haben wir in diesem Segment beispielsweise Schafwollprodukte, Zierpflanzen und Holz mit unserem Siegel auszeichnen können“, weiß der GF des Salzburger Agrar Marketings, Günther Kronberger.