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Borkenkäfer setzt Salzburgs Wälder weiter unter Druck

  • Claudia Hude
  • 26. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Mehr als die Hälfte der Salzburger Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Bei einer Informationsveranstaltungen wurden die Lungauer Waldbesitzer über Möglichkeiten der Vorbeugung informiert. 150 Interessierte folgten der Einladung und diskutierten mit den Experten.

„Ihr könnt euch hier im Lungau glücklich schätzen. Ihr habt ein Landschaftsbild mit vielen Grüntönen. Bei mir zuhause gibt es nur noch Brauntöne“, informierte Förster Robert Ladstätter aus St. Veit im Defereggental in Osttirol die Anwesenden der Informationsveranstaltung, die vom Lungauer Bauernbund und der Landwirtschaftlichen Fachschule Tamsweg organisiert wurde, über die Borkenkäfer-Kalamität in seiner Heimat.

Keine Saison mehr

„Wenn die Waldbesitzer nicht aktiv werden, vermehrt sich der Borkenkäfer auch bei uns ungebremst. Mittlerweile beschäftigt uns der Schädling fast das ganze Jahr“, sagt der BBK-Obmann des Lungaus Hans Schitter. Bei idealen Bedingungen sind es drei Borkenkäfer-Generationen, die pro Jahr möglich sind. „Die Zahlen und Fakten verdeutlichen, was das bedeutet: Aus einem überwinternden Borkenkäferweibchen kann die Population in der dritten Generation auf rund 100.000 Borkenkäfer anwachsen“, berichtet Schitter. Der Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Salzburg Franz Lanschützer berichtete über den Zustand des Waldes im Lungau: „Wir haben in unserem Bezirk sehr viel Altholzbestand, dieser könnte bei größeren Katastrophen zu hohen Schäden führen.“ Darum ist Aufklärung und eine aktive Waldbewirtschaftung das wichtigste Mittel gegen den Borkenkäfer.

Klimawandel begünstigt Borkenkäfer

Klar sei auch, dass der Borkenkäferbefall mit der Klimaveränderung zusammenhängt: „Durch die hohen Temperaturen und die längeren Trockenperioden im Sommer ist der Wald geschwächt, die Bäume können sich nicht mehr gut gegen die Schädlinge wehren. Hinzu kommt, dass durch die wärmeren Winter die Wintermortalität abnimmt und die Käfer sich im Frühjahr schneller entwickeln können“, so Schitter.

Enorme Schäden im gesamten Bundesland

Im Jahr 2024 fielen laut Holzeinschlagsmeldungen in Salzburg rund 115.000 Erntefestmeter Schadholz durch den Borkenkäfer an. Das entspricht zirka elf Prozent des gesamten Jahreseinschlags. „Der Borkenkäfer richtet mittlerweile enorme Schäden an. Wir müssen unsere Wälder klimafit halten und aktiv bewirtschaften, um sie vor dem Borkenkäfer zu schützen und so ihre Schutzfunktion für den Menschen und unsere Siedlungsräume zu erhalten“, so Schitter. „Denn wir alle brauchen einen gesunden Wald.“

Foto: „Der Borkenkäfer beschäftigt uns mittlerweile fast das gesamte Jahr. Klimawandel und Trockenperioden schwächen unsere Wälder und machen sie anfälliger für den Schädling“, informiert der BBK-Obmann aus dem Lungau Hans Schitter. Foto: Privat
Foto: „Der Borkenkäfer beschäftigt uns mittlerweile fast das gesamte Jahr. Klimawandel und Trockenperioden schwächen unsere Wälder und machen sie anfälliger für den Schädling“, informiert der BBK-Obmann aus dem Lungau Hans Schitter. Foto: Privat

 


 
 
 

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