„Kein Labor kann unsere bäuerlichen Familienbetriebe ersetzen“
- Claudia Hude
- vor 1 Tag
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Salzburger Bauernbund warnt vor einseitiger Darstellung von Laborfleisch und betont Bedeutung der heimischen Landwirtschaft

„Laborfleisch wird derzeit oft als große Zukunftslösung dargestellt. Aus Sicht des Salzburger Bauernbundes greift diese Darstellung aber deutlich zu kurz“, betont die Direktorin des Salzburger Bauernbundes Alexandra Vithofer. „Laborfleisch ist kein natürlich erzeugtes Lebensmittel, sondern ein industriell hergestelltes Fleischimitat aus Zellkulturen, Nährlösungen und Bioreaktoren. Geschmack, Struktur und Nährstoffzusammensetzung müssen technisch erzeugt beziehungsweise ergänzt werden.“
Auch die vielfach genannten Vorteile in den Bereichen Klima, Nachhaltigkeit und Tierwohl seien laut Salzburger Bauernbund keineswegs eindeutig belegt. „Die Produktion von Laborfleisch benötigt sterile Bedingungen, hohe Energiemengen und komplexe technische Verfahren. Studien zeigen zudem, dass die CO₂-Bilanz – je nach Produktionsweise – sogar schlechter ausfallen kann als bei Fleisch aus natürlicher Tierhaltung“, erklärt Voithofer. „Auch der angebliche Vorteil beim Tierwohl ist kritisch zu hinterfragen, solange tierische Zellkulturen und problematische Nährmedien eingesetzt werden.“
Besonders kritisch sieht der Salzburger Bauernbund die Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft. „Laborfleisch stärkt keine bäuerlichen Familienbetriebe, sondern verlagert die Lebensmittelproduktion in Labore, Konzernstrukturen und Investorenmodelle“, so Voithofer. „Unsere Bäuerinnen und Bauern sichern mit ihrer täglichen Arbeit den Erhalt von Grünland, Almen, Kulturlandschaft, Biodiversität, regionaler Wertschöpfung und dem ländlichen Raum. Diese Leistungen kann kein Bioreaktor ersetzen.“





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