• Claudia Hude

Gesundheitsminister muss Herkunftskennzeichnung endlich umsetzen

Schonung der Lebensmittelindustrie zulasten der Bauern nicht mehr hinnehmbar


„Die Schonung der Lebensmittelindustrie zulasten der Bauern ist nicht mehr hinnehmbar. Der Gesundheitsminister muss endlich tätig werden“, fordert Bauernbundobmann Präs. Quehenberger. Foto: Salzburger Bauernbund/Manuel Horn

"Auf Drängen der Bauernvertretung wurde im aktuellen Arbeitsprogramm der Bundesregierung die Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel verankert. Konkret wurde festgelegt, dass für die Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier in verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsverpflegung öffentlich und privat ab 2021 eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung eingeführt werden soll. Damit soll den Kunden beim Lebensmitteleinkauf eine echte Wahlfreiheit hinsichtlich der Herkunft ermöglicht werden. Trotz der klaren Erwartungshaltung von Konsumenten und Bauern ist das Gesundheitsministerium bei der Umsetzung dieser Herkunftskennzeichnung weiter säumig", kritisiert der Obmann des Salzburger Bauernbundes Präs. Rupert Quehenberger.

"In der Bauernschaft ist der Unmut über die Untätigkeit des Gesundheitsministers massiv angestiegen. Es entsteht hier zunehmend der Eindruck, dass offenbar die Lebensmittelindustrie und private Großküchen zulasten der Bäuerinnen und Bauern weiter geschont werden sollen. Die bereits fertig erarbeiteten Verordnungsentwürfe zur Umsetzung dieser Herkunftskennzeichnung müssen umgehend in die Begutachtung geschickt werden“, betont Quehenberger. Zentraler Streitpunkt ist die Einbeziehung der Gastronomie in die verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Bauernvertreter fordern daher, in einem ersten Schritt jene Teile der Herkunftskennzeichnung umzusetzen, die im Regierungsprogramm explizit verankert sind und politisch bereits außer Streit gestellt werden konnten. "Damit könnte der weitaus überwiegende Teil des Lebensmittelabsatzes in Österreich einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung unterzogen werden. Selbstverständlich wird in einem weiteren Schritt weiterhin die Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für die Gastronomiebetriebe gefordert. Parallel dazu wird derzeit unter Federführung des Netzwerks Kulinarik am freiwilligen Ausbau der Qualitäts- und Herkunftssicherung in der Gastronomie gearbeitet", so Quehenberger. "Die hohe heimische Lebensmittelqualität verdient es, nicht in einer anonymen Masse unterzugehen, sondern durch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle klar sichtbar zu werden.“