Grüner Bericht 2026: Einkommensplus von 2025 wird durch Kostensteigerungen relativiert
„Unsere bäuerlichen Familienbetriebe brauchen endlich langfristige Planungssicherheit und die Möglichkeit, Rücklagen für schlechte Zeiten zu bilden“, fordert Rupert Quehenberger

Das im Grünen Bericht 2026 ausgewiesene Einkommensplus von 18 Prozent für das Jahr 2025 ist für BB-Landesobmann Präs. Rupert Quehenberger kein Grund zur Entwarnung. Die gestiegenen Kosten für Futtermittel, Betriebsmittel und Energie zehren die Einkommenszuwächse je nach Betriebszweig weitgehend auf oder übersteigen sie sogar. Die aktuellen Belastungen durch die historische Dürre und niedrige Milchpreise lassen für 2026 massive Einkommenseinbußen erwarten.
„Der Grüne Bericht liefert eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für agrarpolitische Entscheidungen. Das Einkommensplus muss aber im mehrjährigen Zusammenhang betrachtet werden. Auf Zuwächse folgen Rückgänge, und die Unterschiede zwischen den Betriebsformen sind erheblich. Ein höherer Durchschnitt bedeutet keine gesicherte wirtschaftliche Lage auf jedem Hof“, betont Quehenberger.
Dürre und niedrige Milchpreise verschärfen die Lage
Die historische Dürre im Jahr 2026 hat massive Ernteausfälle und Futterknappheit verursacht. Fehlende Ernten bedeuten fehlende Einnahmen, während die laufenden Kosten weiter bezahlt werden müssen. Hinzu kommen die niedrigen Milchpreise im ersten Halbjahr. Diese Belastungen sind in den Zahlen für 2025 noch nicht enthalten. „Unsere Betriebe stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Wenn Einnahmen wegbrechen, die Kosten aber weiterlaufen, wird es immer schwieriger, finanzielle Polster aufzubauen. Für 2026 ist deshalb mit massiven Einkommenseinbußen zu rechnen. Für Jubelstimmung gibt es angesichts dieser Aussichten keinen Grund“, so Quehenberger, der darauf hinweist, dass die fehlende Planungssicherheit nicht nur eine wirtschaftliche, sondern zunehmend auch eine persönliche Belastung für die bäuerlichen Familien ist. „Wenn man nicht weiß, wie sich das Einkommen im nächsten Jahr entwickeln wird und gleichzeitig hohe Investitionen und laufende Kosten stemmen muss, erzeugt das enormen Druck. Diese dauernde Unsicherheit belastet viele Bäuerinnen und Bauern auch persönlich und kann sich auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit auswirken.“
Verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Bauernfamilien
Um die starken Schwankungen der bäuerlichen Einkommen abzufedern, brauche es langfristige und verlässliche agrarpolitische Maßnahmen. Dazu gehören faire Erzeugerpreise, wirksame Dürrehilfen und eine ausreichend finanzierte künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die die Leistungen der Landwirtschaft angemessen abgilt. „Es muss gelingen, das Auf und Ab bei den bäuerlichen Einkommen zu glätten und Stabilität auf die Höfe zu bringen. Unsere Bauernfamilien müssen auch in guten Jahren die Möglichkeit haben, für schlechte Zeiten vorzusorgen. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen können sie ihre Betriebe langfristig erhalten und notwendige Investitionen tätigen“, fordert Quehenberger.





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