Flurbereinigung sorgt für Ordnung auf Salzburgs Feldern
In Salzburg sind nicht alle landwirtschaftlichen Flächen „schnurgerade“ und fügen sich optimal in die Landschaft ein. Die Flurbereinigung sorgt für mehr Ordnung und verbessert die Bewirtschaftbarkeit für die Bäuerinnen und Bauern. In Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern stellt das Land Salzburg das nötige Know-how zur Verfügung, um zersplitterte Flächen zu bündeln und so die Entwicklung der Agrarstruktur zu verbessern.

Das kleine, aber engagierte Team der Agrarbehörde Salzburg kümmert sich jährlich um etwa 30 größere und kleinere Flurbereinigungsprojekte im Bundesland. Erste Anlaufstelle für Fragen zur Abwicklung ist das Referat Technische Bodenneuordnung. Im Schnitt sind die zehn größeren Grundzusammenlegungen jeweils rund 115 Hektar groß (entsprechen der Größe von rund 160 Fußballfeldern) und umfassen mehr als 50 Beteiligte. Gut die Hälfte all dieser Projekte wird innerhalb eines Jahres abgeschlossen.
Umfassende Beratung
Die andere Hälfte kann sich auch über mehrere Jahre ziehen. Neben der Gebietsgröße gibt es hier noch andere Einflussfaktoren – etwa die Anzahl der Beteiligten oder auch die künftige Entwicklung von Flächen. „Dazu kommen noch etwa 100 Kleinverfahren, bei denen ein vorgelegter Tausch- oder Kaufvertrag im Mittelpunkt steht. Hier kann durch niederschwellige Beratung oft im Vorhinein schon vieles abgeklärt werden, und die Zusammenarbeit mit den Vertragserrichtern sowie der ,Schwesterbehörde‘ Grundverkehr funktioniert sehr gut“, berichtet der Leiter des Referats Technische Bodenneuordnung, Michael Kollnig.
Aigner: „Servicestelle für den ländlichen Raum.“
Für Landesrat Maximilian Aigner ist die Flurbereinigung der Schlüssel, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen und unsere Kulturlandschaft zu stärken. „Die Kolleginnen und Kollegen im Referat Technische Bodenneuordnung fungieren dabei als Servicestelle für den ländlichen Raum. Sie informieren und beraten Grundstücksbesitzer und sorgen für eine effiziente Umsetzung der Projekte – egal, ob es sich um ein paar hundert Quadratmeter oder Dutzende Hektar handelt. Im Fokus steht dabei stets die bestmögliche Bewirtschaftung des kostbaren Gutes Grund und Boden“, so Aigner.
Enge Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinde
In Nußdorf am Haunsberg wird seit mehr als einem halben Jahr der neue Radweg zwischen Waidach und Olching bestens von der Bevölkerung vor Ort angenommen. Im Zuge der Errichtung der Verbindung spielte auch die Flurbereinigung eine Rolle. „Mein Vorgänger, Johann Ganisl, hatte vor Jahren den Weitblick, die Flächen teilweise für die Verkehrsverbindung vorzusehen. Der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Referats Technische Bodenneuordnung sowie den anderen Dienststellen des Landes kann mit einem Wort zusammengefasst werden: hervorragend. Mit ihrer Unterstützung konnte das für die Bevölkerung so wertvolle Projekt Schritt für Schritt realisiert werden und bringt so einen großen Mehrwert“, sagt Bürgermeisterin Waltraud Brandstetter.
Unterschiedliche Projektgegebenheiten
Die Projekte des Referats Technische Bodenneuordnung teilen sich grob in drei Drittel. „Ein Drittel sind klassische Grundzusammenlegungsverfahren. Sie umfassen ein größeres Gebiet und werden von der Vermessung über das Grundbuch inklusive nötiger Baumaßnahmen, beispielsweise Erschließungswege, bearbeitet. Etwa ein Drittel betrifft kleinere Vermessungsprojekte mit landwirtschaftlichen Flächen und Einbindung von zwei bis zehn Personen. Das abschließende Drittel erfolgt im Rahmen von Projekten, die in einem anderen öffentlichen Interesse liegen“, informiert Referatsleiter Michael Kollnig.
Vorzeigeprojekt in Nußdorf
Letzteres war auch der Fall im Nußdorfer Ortsteil Waidach. Dort waren zwei Landwirte und die Gemeinde direkt von der Flurbereinigung betroffen. Mittels Ringtausch konnte jeder Grundeigentümer die bevorzugte Fläche erhalten. Besonders wichtig war, dass die Gemeinde Nußdorf über eine Tauschfläche verfügte. „Bei einem Flurbereinigungsprojekt im Ortsteil Olching wurde bereits im Jahr 2020 Grundvorsorge für den Radweg getroffen. Dort wurde in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenverwaltung die Tauschfläche von einem verkaufswilligen Grundeigentümer gesichert und entlang der Landesstraße zugeteilt. So konnten sowohl die Verkehrssicherheit auf einer Länge von einem Kilometer als auch die Bewirtschaftung der anliegenden landwirtschaftlichen Flächen verbessert werden“, berichtet Michael Kollnig.
Blick über den eigenen Tellerrand
Gerade, wenn ein Projekt im öffentlichen Interesse von den Expertinnen und Experten des Referats Technische Bodenneuordnung begleitet wird, arbeiten sie referats- oder abteilungsübergreifend mit den Kolleginnen und Kollegen im Landesdienst zusammen, um das Flächenmanagement bestmöglich im Sinne der Landwirtschaft sicherzustellen. „Besonders oft haben wir Berührungspunkte mit dem Wasserbau, der ländlichen Verkehrsinfrastruktur oder auch der Landesstraßenverwaltung“, sagt Michael Kollnig und ergänzt: „Wir haben besondere Freude, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird und es zu einer für alle Beteiligten spürbaren Verbesserung des Istzustands kommt. Die vielen positiven Rückmeldungen zu den unterschiedlichen Projekten zeigen meinen Kolleginnen und Kollegen, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird.“
Vernetzungstreffen in Oberalm
Zirka 60 Expertinnen und Experten aus den Bundesländern und der Universität für Bodenkultur Wien treffen sich am 8./9. Oktober zur Fachtagung „Ländliche Neuordnung“ in der Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof in Oberalm. Dabei wird unter anderem die Salzburger Herangehensweise zur Flurbereinigung vorgestellt.





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