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Die Natur nutzen, mit Hausverstand

  • Claudia Hude
  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

Freizeit in der Natur und Landwirtschaft treffen immer öfter aufeinander. Präs. Rupert Quehenberger fordert mehr Respekt vor bäuerlichem Eigentum und warnt vor den Folgen von Hundekot auf Futterwiesen.

Freilaufende Hunde können nicht nur eine Gefahr für wilde Tiere sein. Ihr Kot verunreinigt das Futter der Weidetiere und kann im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Problemen führen. Hier soll nun aufgeklärt werden. FOTO: STOCK.ADOBE.COM/ SERGII
Freilaufende Hunde können nicht nur eine Gefahr für wilde Tiere sein. Ihr Kot verunreinigt das Futter der Weidetiere und kann im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Problemen führen. Hier soll nun aufgeklärt werden. FOTO: STOCK.ADOBE.COM/ SERGII

Mit dem Start in den Frühling steigt auch in Salzburg wieder die Zahl der Menschen, die Wiesen, Wälder und Almflächen zur Erholung nutzen. Wandern, Radfahren oder Spaziergänge gehören für viele zum Alltag und leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität. Gleichzeitig nimmt der Nutzungsdruck auf land- und forstwirtschaftliche Flächen weiter zu. LK-Präsident Rupert Quehenberger mahnt daher zu mehr Hausverstand und gegenseitigem Respekt. „Wer sich in der Natur bewegt, muss sich bewusst sein, dass er sich in den meisten Fällen auf bewirtschafteten Flächen befindet“, betont Quehenberger.


Arbeitsraum statt Freizeitkulisse

Denn für bäuerliche Familienbetriebe sind diese Flächen Arbeits- und Produktionsgrundlage. Immer wieder kommt es zu Konflikten, wenn Wege verlassen, Flächen betreten oder Zufahrten blockiert werden. Besonders während der Erntezeit oder bei Forstarbeiten kommt es dadurch zu gefährlichen Situationen. Auch illegales Parken auf Feld- und Forstwegen erschwert die tägliche Arbeit am Hof erheblich. Zunehmend problematisch ist zudem die Nutzung digitaler Routen-Apps. Diese weisen häufig Strecken aus, die nicht offiziell freigegeben sind. „Für Nutzer ist dabei oft nicht erkennbar, ob es sich um erlaubte Wege handelt und es muss klar sein: Digitale Angebote ersetzen nicht den Hausverstand. Jeder und jede ist gefordert, Informationen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung zu übernehmen“, so Quehenberger.


Hundekot ist Risiko für Tiergesundheit

Ein besonders sensibles Thema ist Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen. Gerade auf Futterwiesen führt dieser immer wieder zu Problemen. Denn verunreinigtes Futter kann Fehlgärungen in Silagen verursachen und zu Schimmelbildung im Heu führen. Im schlimmsten Fall wird das Futter dadurch unbrauchbar oder sogar gesundheitsschädlich für Nutztiere.


Noch gravierender sind die tiergesundheitlichen Risiken. Durch den Parasiten Neospora caninum kann es bei Rindern zu Fehlgeburten, Totgeburten oder lebensschwachen Kälbern kommen. Auch Schafe, Ziegen und Pferde sind gefährdet. „Hundekot auf Futterflächen ist kein Bagatelldelikt, sondern ein ernstes Problem für unsere Tierhaltung“, stellt Rupert Quehenberger klar.


Aufklärung für mehr Bewusstsein

Doch vielen ist nicht klar, welche Gefahr Hundekot für die Landwirtschaft bedeutet. Um hier gegenzusteuern, wird der Salzburger Bauernbund in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer einen Antrag einbringen. Ziel ist eine umfassende Aufklärungskampagne für die Bevölkerung über die Gefahren von Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen.


„Ein gutes Miteinander funktioniert nur, wenn alle Seiten Rücksicht nehmen“, ist Quehenberger überzeugt. Naturgenuss und Landwirtschaft müssen kein Widerspruch sein – Voraussetzung sei jedoch Respekt gegenüber Eigentum und der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern.

 
 
 

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