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Dürre stellt Salzburgs Bäuerinnen und Bauern vor Herausforderungen

  • Claudia Hude
  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
LR Maximilian Aigner und BB-Landesobmann Präs. Rupert Quehenberger. Foto: Manuel Horn
LR Maximilian Aigner und BB-Landesobmann Präs. Rupert Quehenberger. Foto: Manuel Horn

 

Auch die Bäuerinnen und Bauern in Salzburg stehen ob der Trockenheit in Österreich vor großen Herausforderungen. „Das erste Halbjahr 2026 war österreichweit das zweittrockenste seit Beginn der Messungen, in Salzburg sogar das trockenste überhaupt. Die vergangenen Monate zeigen deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft verändern. Es geht jetzt darum, unsere Betriebe bestmöglich auf diese Entwicklung vorzubereiten“, betont Bauernbund-Präsident Rupert Quehenberger.

 

Agrarlandesrat Maximilian Aigner erklärt: „Die kostenlose Trinkwasserberatung, die das Land Salzburg seit 2009 anbietet und die über den Dachverband der Salzburger Wasserversorger abgewickelt wird, steht allen Einzelwasserversorgern zur Verfügung. Ziel ist es, gemeinsam mögliche Maßnahmen zu beraten, damit die Versorgung auch in Einzellagen möglichst breit und sicher aufgestellt ist. Dazu gehören unter anderem die Zustandsanalyse von Wasserversorgungsanlagen, Sanierungsanalysen und Sanierungsberatung, Hilfestellungen bei der Vorbereitung von Projekten sowie Beratung bei Maßnahmen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der Wasserversorgung.“

 

Futter und Wasser knapp

In allen Gauen wird über massive Einbußen bei der Ernte berichtet, regional unterschiedlich belaufen sich die Ausfälle zwischen 30 und 50 Prozent. „Auch wir in Salzburg stehen in allen Bezirken vor der Situation, dass Tiere von den Weiden geholt werden, weil dort nicht mehr genug Futter zu finden ist, viele Betriebe müssen jetzt schon auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen. Die logische Konsequenz ist, dass Tiere verkauft werden müssen“, weiß Quehenberger, der selbst mit seinem Hof betroffen ist und bereits Tiere verkauft hat. Denn auch der Zukauf von Futter ist herausfordernd, da die Situation weit über die Landesgrenzen hinaus angespannt ist und fast ganz Europa betrifft. „Neben den Einbußen bei der Ernte darf nicht übersehen werden, dass auch die Versorgung mit Nutz- und Trinkwasser nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden kann. Erste Betriebe treiben ihre Tiere von den Almen ab, weil nicht mehr genug Wasser da ist“, informiert Quehenberger.

 

Situation im gesamten Bundesland angespannt

Wie unterschiedlich sich die Dürre im Bundesland auswirkt, zeigen die Rückmeldungen aus den Bezirken. Josef Höller, Bezirksobmann im Pongau und selbst Milchviehhalter in St. Johann, berichtet von erheblichen Ernteausfällen. Auf seinem Betrieb wird bereits in den kommenden Wochen Winterfutter verfüttert werden. Gleichzeitig nimmt der Wassermangel auf den Almen zu und erste Betriebe treiben ihre Tiere vorzeitig ab. Die Versorgung mit Trink- und Nutzwasser wird auch logistisch ein wichtiges Thema sein. Auch im Flachgau ist die Situation angespannt. Bezirksobmann Michael Schmidhuber verweist insbesondere auf den Norden des Bezirks rund um St. Georgen. Die geringe Wasserspeicherfähigkeit der dortigen Böden verschärft die Auswirkungen der Trockenheit zusätzlich. Die Ernte fällt vielerorts deutlich geringer aus, in einzelnen Regionen mussten Tiere bereits vorzeitig von den Weiden genommen werden, weil das Futter fehlt. Auch der Lungau ist stark betroffen. Bezirksobmann Hans Schitter verweist auch auf fallende Preise für Rinder, da viele Bauern aufgrund des Futtermangels ihre Bestände schon jetzt reduzieren. Diese Situation wird sich im Herbst noch weiter verschärfen. Dennoch ist für Aigner und Quehenberger klar: „Panik ist jetzt fehl am Platz. Jede Bäuerin und jeder Bauer kennt den eigenen Betrieb und wird die notwendigen Entscheidungen treffen. Unsere Aufgabe ist es, die Betriebe dabei bestmöglich zu unterstützen und die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen“, so Quehenberger. „Das Wichtigste ist, dass wir aus der aktuellen Situation lernen und unsere Betriebe „dürrefit“ machen. Denn das Phänomen Dürre wird uns auch in Zukunft beschäftigen.“

 

Gezielte Investitionen

Für Quehenberger ist klar, dass neben den Betrieben auch die Politik einbezogen werden muss. „Für die Betriebe ist es wichtig, eine Dürreversicherung abzuschließen. Denn Dürre ist ein versicherbares Risiko und die zu leistenden Zahlungen werden von Bund und Land gestützt“, fordert Quehenberger die Aufrechterhaltung dieses Zuschusses. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob die Errichtung eines Härtefallfonds möglich ist, um Betriebe in Ausnahmesituationen unterstützen zu können. „Auch bei der Investitionsförderung muss ein Schwerpunkt auf die Absicherung der Wasserversorgung gelegt werden. Investitionen, egal ob zB neue Quellen erschlossen werden oder Kooperationen mit anderen Betrieben für Notfälle errichtet werden, müssen gefördert werden“, so Quehenberger, der einen Schwerpunkt auch für die Trinkwasserversorgung auf Almen fordert. Gerade dort ist es oft aufgrund des Geländes, aber auch aufgrund von Auflagen im Naturschutz schwer, neue Quellen zu erschließen oder Leitungen zu legen. „Hier muss man sich bewusst entscheiden: Wollen wir die weitere Bewirtschaftung unserer Almen absichern und damit unsere Kulturlandschaft erhalten oder nicht? Denn dafür brauchen wir auch am Berg eine sichere Versorgung mit Trink- und Nutzwasser.“ Darüber hinaus fordert Quehenberger, dass bei den neuen Verhandlungen zur GAP auf EU-Ebene eine Flexibilisierung von Maßnahmen möglich gemacht wird: „Die Natur verändert sich – sie ist nicht statisch. Darum kann man sie auch nicht in statische Gerüste zwängen. Mähzeitpunkte dürfen nicht an Stichtagen festgemacht werden, sondern müssen sich nach der Vegetation richten.“

 

Bewusstsein auch in der Bevölkerung schärfen

„Das Thema Dürre beschäftigt nicht nur die Landwirte, sondern die gesamte Bevölkerung. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser von allen – Betrieben als auch Privatpersonen. Wir müssen uns bewusst machen, dass Wasser auch in Salzburg zu einem immer wertvolleren Gut wird und jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann, um es zu schützen“, so Quehenberger und Aigner abschließend.

 
 
 

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