Bauernbund fordert Informationskampagne für mehr Sicherheit auf Almen
- Claudia Hude
- vor 5 Stunden
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Eigenverantwortung muss weiter gestärkt werden – Almen sind Wirtschaftsflächen und keine Streichelzoos

Mit Beginn der Almsaison zieht es wieder tausende Wanderer, Ausflugsgäste und Urlauber in die Salzburger Bergwelt. Gleichzeitig steigt auch das Risiko gefährlicher Begegnungen mit Weidetieren. Der Salzburger Bauernbund fordert daher im Rahmen eines Antrags in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Salzburg eine umfassende Informationskampagne zum richtigen Verhalten auf Almen.
„Leider kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen, weil Weidetiere unterschätzt oder grundlegende Verhaltensregeln missachtet werden. Hier braucht es mehr Bewusstsein und Aufklärung, um schwere Unfälle wie in den vergangenen Jahren zu verhindern“, betont der Obmann des Salzburger Bauernbundes Präs. Rupert Quehenberger.
Almen sind Arbeitsplätze der bäuerlichen Familienbetriebe
Viele Menschen nehmen Almen vor allem als Erholungsraum wahr. „Tatsächlich handelt es sich jedoch um Wirtschaftsflächen, auf denen bäuerliche Familienbetriebe ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Die Beweidung durch Rinder, Schafe und andere Nutztiere sichert den Erhalt unserer wunderschönen Kulturlandschaft, schützt vor Verbuschung und trägt wesentlich zum Erhalt der einzigartigen Salzburger Landschaft bei, sie ist also in unser aller Interesse“, hält Quehenberger fest. „Almen sind kein Freizeitpark und auch kein Streichelzoo. Kühe sind große und kräftige Nutztiere mit natürlichen Instinkten. Wer das unterschätzt, kann sich selbst und andere in Gefahr bringen.“
Aufklärung für mehr Sicherheit
Immer wieder zeigen Vorfälle auf österreichischen Almen, dass bereits kleine Fehlentscheidungen schwerwiegende Folgen haben können. Besonders kritisch sind Situationen mit Mutterkühen, die ihre Kälber schützen, oder Begegnungen mit Herden in Begleitung von Hunden. „Das Ignorieren von Warnhinweisen, das Annähern an Kälber, das Durchqueren von Herden oder das Fotografieren aus nächster Nähe können Tiere verunsichern und zu gefährlichen Reaktionen führen. Die meisten Unfälle passieren nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit. Genau deshalb braucht es gezielte Information – für Gäste und Einheimische gleichermaßen“, ist Quehenberger überzeugt.
Eigenverantwortung statt Schuldzuweisungen
Die Verantwortung für ein sicheres Verhalten im alpinen Raum könne nicht allein den Almbäuerinnen und Almbauern übertragen werden. Wer sich auf einer Alm bewegt, müsse sich bewusst sein, dass dort Tiere gehalten werden und entsprechende Vorsicht erforderlich ist. Der Salzburger Bauernbund fordert daher die Erstellung einer Informationsbroschüre sowie einer breit angelegten Informationskampagne in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und Tourismusorganisationen. Ziel sei es, grundlegende Verhaltensregeln verständlich zu vermitteln und damit die Sicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen.
„Mehr Information bedeutet mehr Sicherheit – für Wanderer, Urlaubsgäste, Tiere und die bäuerlichen Familienbetriebe. Wer die Almregeln kennt und beachtet, leistet einen wichtigen Beitrag für ein sicheres und respektvolles Miteinander in unseren Bergen“, betont Quehenberger abschließend.





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