Tierärzte

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Dezember 2, 2016 12:02

Die Altersstruktur der Tierärzte, die im Bundesland Salzburg eine Großtierpraxis betreiben, gibt Anlass zur Sorge, dass in einigen Jahren manche Tierarztpraxen nicht mehr nachbesetzt werden können.

Von insgesamt 70 Tierärzten im Bundesland Salzburg werden sich voraussichtlich 10 in den nächsten Jahren in den Ruhestand begeben. Bis in 15 Jahren werden insgesamt 44 Tierärzte, die in Salzburg in der Nutztierpraxis tätig sind, in Pension gehen. Für diese Praxen Nachfolger zu finden wird in vielen Fällen nicht möglich sein. Dadurch wird die akute Versorgung der Salzburger Rinderbestände – besonders Innergebirg – in manchen Gebieten nicht mehr gegeben sein. Das Aufnahmeverfahren an die Veterinärmedizinische Universität in Wien ändert sich jährlich und Absolventen und Absolventinnen der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalten sollten dort möglichst bevorzugt werden, denn gerade Schüler aus diesen Schulen haben meist einen landwirtschaftlichen Hintergrund und wissen daher vor der Entscheidung „Tierarzt“ zu werden, was sie gerade in der Rinderpraxis erwartet: Keine geregelte Arbeitszeit, auch Arbeiten in der Nacht und am Wochenende, körperliche Arbeit bei Geburten, Dreck und auch gefährliche Situationen für die eigene Gesundheit.

Bei der Aufnahmeprüfung werden die Reifeprüfungszeugnisse bzw. Abschlusszeugnisse herangezogen und Punkte für die Fächer Mathematik, Deutsch, Biologie, Physik und Chemie vergeben. In den Höheren Landwirtschaftlichen Lehranstalten werden die Fächer Biologie und Physik bis zur 2. Klasse, Chemie bis zur 3. Klasse unterrichtet. Allein aus diesem Grund sind die Schüler und Schülerinnen dieses Schultyps benachteiligt. Dazu kommt, dass seit heuer die fachliche Ausbildung, sowie fachspezifische Praktika (wie z. B.: Praktika bei Tierärzten, Klauenpflege-Lehrgang, etc.) nicht mehr angerechnet und mit Punkten bewertet werden.

Da es im Interesse der landwirtschaftlichen Nutztierhalter liegt, dass auch in Zukunft die Großtierpraxen auf dem Land mit geeigneten Tierärzten nachbesetzt werden können, stellt die Fraktion des Salzburger Bauernbundes in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer den

A n t r a g

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg möge sich beim ressortzuständigen Wissenschaftsminister dafür verwenden, dass beim Aufnahmeverfahren an die Veterinärmedizinische Universität in Wien, die Absolventen und Absolventinnen der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalten gegenüber den Absolventen der Allgemeinbildenden Höheren Schulen bevorzugt werden und ihre absolvierten fach-spezifischen Ausbildungsmodule (wie z. B: Klauenpflegelehrgang, 3 Monate Praxis auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, etc.) im Punktekatalog berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind die Noten für die Fächer Chemie, Physik und Biologie aus der 2. Klasse ebenfalls im Punktekatalog aufzunehmen.

Salzburg, am 2. Dezember 2016     

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Dezember 2, 2016 12:02