• Claudia Hude

Neueste Technik für erfolgreiche Waldarbeit


Rudolf Rosenstatter warnte Minister Özdemir bei der Interforst vor den negativen Folgen der Außernutzungstellung des Waldes. Foto: Landwirtschaftskammer Salzburg

Von 17. bis 20. Juli fand die Interforst Messe in München statt. Insgesamt kann die erste große deutschsprachige Forstmesse nach der Coronapandemie als voller Erfolg bezeichnet werden. Die Messe war mit 31.000 Besuchern und 353 Ausstellern aus 21 Ländern hervorragend besucht.


Im Mittelpunkt stand die Präsentation technischer Neuheiten für die Arbeit im Wald. Die mitteleuropäischen Unternehmen der Branche liefern laufend hervorragende Innovationen die zu einer stetigen Steigerung der Produktivität und Sicherheit bei der Waldarbeit führen. „Vor allem die vielen Entwicklungen, die die Waldarbeit vereinfachen und sicherer gestalten, sind einen Messebesuch für den bäuerlichen Betrieb Wert“, so der Obmann des Waldverbandes Rudolf Rosenstatter.


Bekenntnis zur Waldbewirtschaftung

Der deutsche Bundesminister Özdemir anerkannte während der Eröffnung die Bedeutung der Waldbewirtschaftung und des Holzbaus für Deutschland, hob jedoch hervor, dass für ihn auch geschützte Biodiversitätsflächen zu einem gesunden Waldökosystem gehören. Staatsministerin Kaniber plädiert hingegen für produktionsintegrierten Naturschutz im Wald, wie er seit Generationen gelebt wird anstatt weiterer übertriebener Flächenstilllegungen. Ebenso wurde die Bedeutung des technischen Fortschrittes für die Waldbewirtschaftung hervorgehoben.


Außernutzungstellung der Wälder verhindern

Der Obmann des Salzburger Waldverbandes Rudolf Rosenstatter nutzte das Treffen mit dem deutschen Landwirtschaftsminister, um diesen erneut auf die negativen Folgen der von EU-Seite geplanten Außernutzungstellung der Wälder hinzuweisen. „Gerade in Zeiten der Energiekrise ist Holz ein Teil der Lösung. Gesunde Wälder müssen nachhaltig bewirtschaftet werden, um beste Erträge erzielen zu können. Gleichzeitig darf der Rohstoff Holz gerade in den jetzigen Zeiten durch eine Außernutzungstellung nicht künstlich verknappt werden. Schon jetzt finden Hamsterkäufe statt, weil Menschen Angst vor dem Winter haben und die Preise steigen. Natürlich darf auch nicht vergessen werden, dass es sich bei den Wäldern um das Eigentum der Landwirte handelt. Ihr Umgang damit darf nicht von dritten bestimmt werden“, so Rosenstatter.


Technischer Fortschritt

Besonders groß ist der technische Fortschritt im Bereich der Akkumotorsägen, welcher sich an der prämierten stärksten Besonders groß ist der technische Fortschritt im Bereich der Akkumotorsägen, welcher sich an der prämierten stärksten Akku- Profisäge von Stihl zeigt. Die Stihl MSA 300 ist mit einer Leistung von 3,0 kW in der Schnittleistung handelsüblichen Durchforstungssägen mit 50 ccm ebenbürtig. Mit 7,6 kg Gewicht inklusive Akku und Schneidgarnitur ist sie nur etwa 1 kg schwerer als ihr benzinbetriebenes Pendant die Stihl MS 261. Durch neu entwickelte Akkutechnik mit ca. 10 Ah Kapazität wird eine Akkulaufzeit mit Vollleistung im professionellen Einsatz von 20- 30 Minuten erreicht. Durch den ruhigen und leisen Lauf eignet sich die Säge vor allem für den Einsatz am Bau und für Forstarbeiten im örtlichen und hofnahen Bereich. Die Entwicklung dieser neuen Säge ist ein weiterer großer Schritt in Richtung Profi- Akkusäge für die professionelle Waldarbeit.


Die Firma Pfanner wurde für ihr neuartiges Absperrsystem von Forstwegen ausgezeichnet. Das Protos Barrier System eignet sich optimal für die Absperrung von stark frequentierten Wegen während der Forstarbeit. Durch Sensoren und Kameras werden sich nähernde Personen erkannt und mittels Ton- und Lichtsignal auf die Gefahr durch Waldarbeit aufmerksam gemacht. Zwei durchfahrbare Ausleger sollen ein leichtsinniges Betreten des Gefahrenbereiches verhindern. Zusätzlich wird der Forstarbeiter per Funksignal informiert, sollte doch eine unbefugte Person in den abgesperrten Bereich gelangen. Videoaufzeichnungen ermöglich eine nachträgliche Beweisführung. Erste Test zeigten deutlich weniger Missachtungen des Betretungsverbotes im forstlichen Sperrbereich.


Eine weitere prämierte sicherheitstechnische Neuheit präsentiert die Firma BastIng mit ihrem Aluminium- Protektor VinZent. Der innovative Körperschutz schützt den Waldarbeiter bei der Fällung vor herabstürzenden Ästen ohne ihn bei der Arbeitsausführung zu behindern. Einen Sicherheitsgewinn liefert der innovative Körperschutz vor allem für Fällarbeiten im Käferholz und Laubholz. Rücken- und Kopfbereich sind somit vor größeren Verletzungen geschützt. Reicht der Körperschutz nicht aus, eignen sich auch die fernbedienbaren Akkufällkeile des Herstellers ausgezeichnet, um einen Aufenthalt des Waldarbeiters im Gefahrenbereich zu vermeiden.