• Claudia Hude

Lebensmittelversorgung in Österreich muss sichergestellt werden

Bäuerinnen und Bauern versorgen die heimische Bevölkerung zuverlässig mit Lebensmittel. Um dies auch künftig sicherstellen braucht es nun gezielte Unterstützung.


Foto: Quehenberger: „Es braucht jetzt ein klares Bekenntnis und die Unterstützung unserer Familienbetriebe. Nur so kann die Eigenversorgung sichergestellt werden. Foto: Salzburger Bauernbund/Manuel Horn

Der Ukraine-Krieg bestimmt das Geschehen auf den Finanzmärkten mit teils einschneidenden Auswirkungen auf unser Leben. Davon ausgenommen ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Milch, Eiern und Fleisch. Diese ist dank unserer Bäuerinnen und Bauern garantiert. „Sie sichern die Ernährungssouveränität Österreichs und das obwohl Energie-, Getreide, Futtermittel-, und Düngemittelpreise gerade explodieren. Wieso auf EU-Ebene weiterhin Maßnahmen forciert werden, die die landwirtschaftliche Produktion in den Mitgliedsstaaten erschweren, entbehrt in Anbetracht der geopolitischen Lage jeder Logik“, so Präs. Rupert Quehenberger.

Die Corona Pandemie, aber auch der Krieg in der Ukraine führen uns deutlich vor Augen, wie wertvoll und wichtig die Eigenversorgung der Bevölkerung mit österreichischen Lebensmitteln ist. „Wollen wir diese Eigenversorgung weiterhin sicherstellen, braucht es schnelle und gezielte Maßnahmen, um unsere Bauernfamilien zu unterstützen. Denn die Bäuerinnen und Bauern stehen vor einer dramatischen finanziellen Situation“, so Quehenberger. „Durch die Kostensteigerung kommt es für viele Familien zu einer massiven Einkommenskürzung und einer realen Bedrohung ihrer Existenz. Es besteht die Gefahr, dass viele Betriebe ihre Produktion zur Gänze und für immer einstellen.“


Lebensmittelhandel in der Pflicht

„Auch wenn schon bei vielen Produkten von Preissteigerungen die Rede ist, ist nicht klar, was davon überhaupt bei den Landwirten ankommen wird“, so Quehenberger. Schon die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Bäuerinnen und Bauern die klaren Verlierer sind, wenn es darum geht, mehr Geld für ihre Produkte zu erhalten. „Während die Lebensmittelproduktion und der Lebensmittelhandel ihre Gewinne in den vergangenen Jahren deutlich steigern konnten, ist bei den Landwirten kaum etwas von den Preiserhöhungen angekommen. Daher an dieser Stelle auch mein eindringlicher Appell an den Lebensmitteleinzelhandel, seine Pflicht wahrzunehmen und die angekündigten Preissteigerungen auch wirklich unseren Landwirten weiterzugeben“, so Quehenberger.


Lehren aus aktueller Situation ziehen

„Die bisherige EU-Agrarpolitik ebenso wie die geplanten, überbordenden Maßnahmen im Rahmen des Green Deals wie zum Beispiel zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen für Naturschutzzwecke aus der Produktion zu nehmen, müssen dringend überdacht werden. Gleiches gilt für die Biodiversitätsstrategie, die zehn Prozent der Wälder außer Nutzung stellen will. Denn gerade der Wald bietet in Form von Biomasse eine nachhaltige und sichere Alternativ-Energieform zu Öl und Gas“, so Rupert Quehenberger. Die zentrale Lehre aus der aktuellen geopolitischen Situation ist für Rupert Quehenberger: „Die Ernährungssouveränität, aber auch die Eigenversorgung mit agrarischen Gütern müssen wieder einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen. Gleichzeitig muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden, um die heimischen Landwirtschaften zu stärken und den Bodenverbrauch einzudämmen.