• Claudia Hude

Gleiche Standards für Importprodukte



LO Präs. Rupert Quehenberger fordert für Importprodukte die gleichen Standards, die auch unsere Bauern erfüllen müssen. Foto: Salzburger Bauernbund/Manuel Horn

Österreichs hohe Standards im Tier- und Umweltschutz haben ihren Preis. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern müssen vor Importprodukten geschützt werden, die zu Dumpingpreisen verkauft werden.


Österreich ist weltweit eines jener Länder mit den höchsten Umwelt- und Tierwohlstandards. Das bedeutet für die Bäuerinnen und Bauern, dass sie deutlich mehr investieren müssen, um bei Futter, Platz für die Tiere, aber auch beim Einsatz von Düngemittel die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen als die Landwirte anderer Länder.


Hohe Qualität führt zu höheren Kosten

„Der Bauernbund steht hinter unseren hohen Standards, denn auch durch sie ist es uns möglich, die hohe Qualität unserer Produkte zu erzielen. Dennoch muss jedem klar sein, dass durch diese hohen Standards auch höhere Kosten anfallen. Auch wenn das Bewusstsein für regionale Lebensmittel und deren hoher Qualität immer mehr in den Fokus rückt, tendieren Konsumenten immer noch dazu, bei ihrem Einkauf dann doch zu den billigeren Produkten zu greifen. Es kann nicht sein, dass die Auflagen für die heimischen Familienbetriebe im Namen des Umwelt-, Klima- und Tierschutzes und der Biodiversität immer strenger und strenger werden, aber gleichzeitig Importe aus anderen Ländern zu Dumping-Preisen auf unseren Markt strömen, weil die Bestimmungen für den Anbau und die Tierhaltung dort weit weniger strikt sind“, bekräftigt der Obmann des Salzburger Bauernbundes Präs. Rupert Quehenberger eine langjährige Forderung des Bauernbundes.


Etappensieg auf EU-Ebene

Mittlerweile zeigt auch die EU-Kommission ein gewisses Verständnis für diese langjährige Forderung des Bauernbundes, nämlich dass Produktionsstandards für europäische Landwirtinnen und Landwirte auch im selben Ausmaß für importierte Agrarprodukte und Lebensmittel gelten müssen. „Wir fordern schon seit langem die Aufnahme von sogenannten „Spiegelklauseln“ in Handelsabkommen, um faire Marktbedingungen für heimische Produkte zu schaffen. Von der EU-Kommission kommt jetzt erstmals ein positives Signal in diese Richtung: Sie steht dem Vorhaben nicht mehr ablehnend gegenüber. Das ist ein Etappensieg, auf dem wir unsere weiteren Bemühungen aufbauen werden.“


Wettbewerbsfähigkeit steigern

„Unser erklärtes Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirte sicherzustellen und gleichzeitig das Bewusstsein in der Bevölkerung für regionale Produkte weiter zu steigern. Davon profitieren Konsumenten, Tiere, Umwelt, Kima und nicht zuletzt wir Landwirte“, so Quehenberger.