Mit Leidenschaft und Optimismus zum Erfolg

Monika Jansel
Von Monika Jansel Juli 20, 2020 12:52

Mit Leidenschaft und Optimismus zum Erfolg

„Man muss für die Sache brennen, sonst verbrennt man.“ Das ist das Motto von Elisabeth Hölzl, das sie in allen Lebensbereichen umsetzt. Egal ob am eigenen Hof, den sie mit ihrem Mann bewirtschaftet, oder in ihrem politischen Engagement.

Aufgewachsen am elterlichen Hof, übernahm Elisabeth Hölzl 1983 das Ortnergut in Eben gemeinsam mit ihrem Mann Anton. „Unser Hof ist relativ klein. Wir haben 10 Hektar Grünland und Wald, betreuen und pflegen 2 Hektar Landschaftsschutzgebiet für die Gemeinde und haben zusätzlich noch etwa 4 Hektar im Umland gepachtet“, erzählt Hölzl. Salzburg ist stolz auf seine Landwirte. Aber gerade aufgrund der topografischen Situation im Bundesland stehen sie oft vor besonderen Herausforderungen.

Vier Standbeine um zu überleben

„Unser Hof ist wie jene der meisten Salzburger Bauern kleinstrukturiert und daher brauchen auch wir meh-rere Standbeine, um von der Landwirtschaft leben zu können“, so Hölzl. Der wirtschaftliche Erfolg des Ortnerguts baut auf nicht weniger als 4 Standbeinen auf. Neben der Milchwirtschaft, mit sieben Kühen und ihren Jungtieren, gibt es auch die Waldwirtschaft, Urlaub am Bauernhof und ein Teil der Fläche ist an die Bergbahnen verpachtet.

Offen sein für Neues und neue Wege gehen

„Landwirtschaft ist mehr als nur Melken, man muss offen sein für Neues und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Das ist mir und meinem Mann gelungen. Wir haben bereits einen Teil unseres Betriebes an zwei un-serer Töchter übergeben, unser jüngster Sohn wird das Ortnergut übernehmen und weiterführen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es geschafft haben, mit unserem kleinen Betrieb für unsere Kinder eine Existenz-grundlage und sogar zusätzliche Arbeitsplätze auf die Füße zu stellen“, so die fünffache Mutter.

Kreislaufwirtschaft am eigenen Betrieb

Eines der Erfolgsrezepte der Familie ist sicherlich auch die Kreislaufwirtschaft, die am Hof gelebt wird. Vor allem die Gäste des Urlaubs am Bauernhof wissen dies sehr zu schätzen. „Wir kaufen keine Fleischprodukte und auch keine Eier zu, Rohmilch ist ohnehin vorhanden, das meiste Obst und Gemüse wächst auch bei uns am Hof und wir können jedes Jahr einen guten Wintervorrat anlegen. Wir haben nichts im ganz großen Stil, aber soviel, dass wir sowohl unsere Gäste als auch unsere Familie gut versorgen können.“

Vorreiter bei Urlaub am Bauernhof

Das wichtigste Standbein des Ortnergutes ist der Urlaub am Bauernhof und das bereits seit dem Jahr 1957. „Wir waren wohl österreichweit einer der ersten landwirtschaftlichen Betriebe, die auf den Tourismus als Einkommen gesetzt haben. Das haben wir vor allem meinem Schwiegervater zu verdanken, der sehr modern war und gesehen hat, welch perfekte Lage Eben für den Tourismus hat“, erzählt Hölzl. Schon kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit den Ausbauarbeiten begonnen, das Ortnergut war einer der ersten Betriebe mit fließend Wasser auf den Zimmern, bereits in den 60er Jahren wurde sogar ein  Schwimmbad gebaut.

Tourismus als wichtiger wirtschaftlicher Faktor

Für die Landwirte vor allem in den Ferienregionen sieht Hölzl Urlaub am Bauernhof als wichtigen wirtschaftlichen Faktor. „Natürlich muss das Konzept auch für die Familie passen, denn nicht jeder mag es, fremde Personen im eigenen Haus zu haben. Aber für viele ist das kein Problem und eine Menge bäuerlicher Familien haben erkannt, dass der Tourismus eine gute zusätzliche Einnahmequelle ist. Und auch bei den Menschen selbst ist Urlaub am Bauernhof sehr beliebt. Viele haben Sehnsucht nach der Natur und wir haben die Möglichkeit, den Gästen das reale Bauernhofleben zu zeigen und vorzuleben“, so Hölzl.

Leidenschaft und positives Denken

„Um eine Landwirtschaft heutzutage erfolgreich zu führen braucht es viele Fertigkeiten, denn wir alle sind nichts anderes als moderne Unternehmer, die im Einklang mit der Natur wirtschaften müssen. Das ist nicht leicht, aber mit entsprechender Aus- und Weiterbildung, Mut für Neues und den richtigen Blick in die Zukunft kommt man gut voran. Mir hat meine Leidenschaft immer wieder durch schwierige Phasen geholfen und ich habe gesehen, dass es kaum etwas wichtigeres gibt als positiv zu denken“, sagt Hölzl abschließend.

Monika Jansel
Von Monika Jansel Juli 20, 2020 12:52