Mercosur-Abkommen die Zustimmung verweigern

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund August 19, 2019 11:43

Mercosur-Abkommen die Zustimmung verweigern

Der Ende Juni abgeschlossene Handelspakt zwischen der EU und den Mercosur-Staaten sorgt für Verunsicherung unter den heimischen Bauernfamilien.

Während bei der kommenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, umwelt- und klimarelevante Maßnahmen höchste Priorität haben sollen, stelle ich beim Mercosur-Abkommen einen völlig gegenteiligen Trend fest.

Während unsere klein- und mittelbäuerlichen Betriebe unter Einhaltung strenger Auflagen im Umwelt- und Tierschutz hochwertige Lebensmittel produzieren, damit auch das Grünland bestens verwerten, die Kultur-landschaft pflegen und erhalten, wird in den Mercosur-Staaten Raubbau an Natur und Umwelt betrieben, als gäbe es kein Morgen mehr.

Mit diesem Handelspakt wird ein weiterer großflächiger Anbau von Monokulturen und eine weiter anhaltende Zerstörung des Regenwaldes forciert. Damit würden viele Initiativen in Europa zur Stabilisierung des Klimas bzw. des CO2–Ausstoß ad absurdum geführt.

Ich verstehe die Sorgen unserer Bauernfamilien! Während von ihnen die Einhaltung der hohen Standards und damit auch wesentlich höherer Kosten als eine Selbstverständlichkeit gesehen werden, ist die EU-Kommission bei der Erleichterung des Markzuganges von Lebensmitteln in die Europäische Union weitaus großzügiger.

Da es sich beim Mercosur Abkommen um ein sogenanntes gemischtes Abkommen handelt, dem sowohl das Europäische Parlament, als auch die Parlamente aller Mitgliedstaaten zustimmen müssen, appelliere ich an die Abgeordneten in Wien und im EU-Parlament dem Abkommen in dieser Fassung die Zustimmung zu verweigern!

Bauernbundlandesobmann LK-Präsident
Rupert Quehenberger

Schmiedtbauer verlangt Nachverhandlungen

„Ich sehe großen Nachbesserungsbedarf für den Agrarbereich! Unsere heimischen Landwirte, die tagtäglich für höchste Lebensmittelqualität sorgen, dürfen nicht durch die Finger schauen, wenn sie mit Billigimporten konkurrieren müssen, die bei weitem nicht unserem hohen EU- Standard entsprechen. Es muss nachverhandelt werden!“, fordert EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer.

Darüber hinaus fordert sie eine klare und deutliche Lebensmittel Herkunfts-Kennzeichnung, damit der Konsument weiß, was er kauft und welches Risiko er eingeht, wenn er zu billigeren Waren greift.

Die künftige Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik sieht Schmiedtbauer im Zusammenhang mit dem Mercosur-Abkommen sehr kritisch.

„Gerade im Hinblick auf das Mercosur Abkommen dürfen wir nicht zulassen, dass bei unseren Landwirten noch mehr gekürzt wird. Ich setze mich mit voller Kraft für den Erhalt der GAP-Mittel für unsere heimischen Landwirtinnen und Landwirte ein“, so die Bäuerin und MdEP aus Hitzendorf in der Steiermark.

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund August 19, 2019 11:43