Mehr Wertschätzung für heimische Produkte

Monika Jansel
Von Monika Jansel Februar 27, 2020 10:27

Mehr Wertschätzung für heimische Produkte

150 Bäuerinnen und Bauern aus Salzburg sowie Funktionärinnen und Funktionäre des Salzburger Bauernbundes beteiligen sich an den landesweiten Protesten gegen Spar. Bauern und ihre Leistungen müssen auch von den Handelsriesen ernst genommen und wertschätzend entlohnt werden.

Die Mitglieder und Funktionäre des Bauernbundes blockierten heute in mehreren Bundesländern die Zentrallager von SPAR Österreich. „Auch die Mitglieder und Funktionäre des Salzburger Bauernbundes beteiligen sich heute an den bundesweiten Protestaktionen gegen Spar“, so der Landesobmann des Bauernbundes Präsident Rupert Quehenberger. Das liege vor allem daran, dass der Handelsriese keinerlei entgegenkommen bei den Preisverhandlungen gezeigt hat. „Wir brauchen endlich eine wertschätzende Entlohnung für unsere Produkte, denn nur so kann das Überleben unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft gesichert werden“, so Quehenberger, der auf den Forderungskatalog des Bauernbundes verweist. Die darin enthaltenen Kernforderungen sind: Ein Stopp der chronischen Aktionitis, ein Österreichbonus auf heimische Lebensmittel und ein Ende der Konsumententäuschung mit den rot-weiß-roten Fähnchen auf Produkten aus dem Ausland.

Aktionitis gefährdet Überleben der Bauernfamilien

„Mehr Leistung und mehr Fleiß für weniger Geld geht sich nicht aus. Das bekommen wir Bauern und jetzt auch die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen zu spüren. Wir fordern deshalb einen Stopp der chronischen Aktionitis bei heimischen Lebensmitteln“, so Quehenberger. Lediglich 9,7 % des Haushaltseinkommens wird durchschnittlich noch für Lebensmittel ausgegeben. Dem Bauernbund geht es nicht um eine Verteuerung von Lebensmitteln, sondern darum, dass der Handel die Margen weitergibt. „Seit Jahren ist es ein unsäglicher Kampf zwischen Groß und Klein. Rund 150.000 bäuerliche Betriebe stehen wenigen Handelsriesen gegenüber. Die Erzeugerpreise stagnieren oder sinken, während SPAR in einem Jahr 352 Mio. Euro Gewinn verzeichnet. Das finden auch die Konsumenten nicht in Ordnung“, sagt Quehenberger.

Österreichbonus gefordert

Wir leben in einer Konsumgesellschaft, können uns beinahe alles leisten und diskutieren leidenschaftlich gerne über die negativen Auswirkungen einer falschen Ernährung auf die Gesundheit. Die Gesellschaft erhöht parallel dazu die Ansprüche beim Tier-, Umwelt- und Klimaschutz und kostbare Lebensmittel sollen nicht im Müll landen. „Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern produzieren hochqualitative Lebensmittel und das zu den besten Standards in Europa. Diese Mehrleistung sollte honoriert und entlohnt werden“, fordert Quehenberger. „Denn es kann sich auf Dauer einfach nicht ausgehen, dass von Konsumenten und vom Handel immer höhere Standards gefordert werden, die Entlohnung für die gebrachten Leistungen aber stagniert.“

Aus für rot-weiß-rote Fähnchen

Gerade in Zeiten, wo das Bewusstsein für Regionalität und regionale Lebensmittel steigt, muss der Handel seine Verantwortung ernst nehmen und Produkte korrekt kennzeichnen. „Eine unserer Kernforderungen ist, dass der Handel ehrlich zu seinen Kunden ist. Auf unzähligen Produkten findet man die rot-weiß-rote Fahne und nur bei genauem nachlesen des Kleingedruckten erfährt man, dass die Produkte aus dem Ausland stammen. Viele Kunden möchten Produkte aus Österreich kaufen, werden so aber in die Irre geführt. Das muss aufhören! Es darf in Zukunft nur mehr dort Österreich draufstehen, wo auch Österreich drinnen ist – alles andere ist in unseren Augen Konsumententäuschung“, erklärt Quehenberger die dritte Forderung des Bauernbundes.

Monika Jansel
Von Monika Jansel Februar 27, 2020 10:27