Franz Eßl: Almen sind wieder „in“. Bemühen wir uns um die Erhaltung dieser Kleinode

agrowerbungadmin
Von agrowerbungadmin August 24, 2011 12:58

Kammerpräsident verlangt volle Berücksichtung der Almflächen bei der Betriebsprämie.


Frische Luft, klares Wasser, herrlicher Almkäse und tausende Kilometer Wanderwege: Hätten wir unsere Almen nicht, so müssten wir wohl auf vieles verzichten oder diese erst erschaffen. Billig wäre das allerdings nicht. Wie eine Studie im Auftrag des Lebensministeriums und der Länder aus dem Jahr 2006 zeigt, liegt der Wiederbeschaffungswert der österreichischen Almen bei mehr als 13,5 Mrd. Euro. „Wir müssen daher sorgsam mit unseren Almen umgehen“, so der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg und Obmann der Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen in der Landwirtschaftskammer Österreich, Abg. z. NR Franz Eßl, anlässlich der österreichischen Almwirtschaftstagung von 24. bis 26. August in St. Johann im Pongau.

Die Idylle auf den Almen ist aber durchaus nicht ungetrübt. Eßl: „Viele der insgesamt 8.700 Almen, die es in Österreich gibt, drohen weiterhin zu verwalden, alljährlich gehen Hunderte Hektar Futterflächen verloren.“ Das Zuwachsen der Flächen ist nicht nur ein Problem für die Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus, weil das typische Landschaftsbild und auch Lebensqualität verloren gehen. Eßl: „Die Almbewirtschafter brauchen unsere Unterstützung etwa bei der Reform der EU-Agrarpolitik. Viehhaltung auf den Almen ist Knochenarbeit und das muss sich entsprechend lohnen, sonst werden in Zukunft immer weniger bereit sein, die Almen zu bewirtschaften. Ich verlange daher auch die volle Berücksichtigung der Almflächen bei der Bemessung der Betriebsprämie!“

Der volkswirtschaftliche Gesamtnutzen der Almen wird auf rund 300 Mill. Euro im Jahr geschätzt, der Landwirtschaft kommt davon nur ca. ein Drittel zugute – der Rest entfällt auf den Tourismus, 26 % der Gesamtsumme entfallen auf Beiträge zu Gefahrenprävention und der Erhaltung von Ressourcen. Dazu der Landwirtschaftskammerpräsident: „Wenn wir die Almwirtschaft erhalten wollen, müssen wir auch darauf achten, dass sie nicht in der Bürokratie versinkt. Vieles, wie etwa die Erhebung der Almfutterflächen mittels digitaler Vermessung, ist zu kompliziert, der Aufwand steht in keiner Relation zum Nutzen. Hier gibt es durchaus Verbesserungspotenzial. Der Kuhmagen wäre ein praktikabler Maßstab. Daher sollte pauschal ein Hektar Futterfläche für eine – den Sommer über gealpte – Kuh angerechnet werden.“

Präsident Eßl abschließend: „Unsere Almen sind nicht nur ein wertvolles Kulturgut, sondern auch wichtige Rückzugsorte für eine gestresste Gesellschaft. Es ist auch unter jungen Menschen wieder modern geworden, Handy, PC und alle anderen Bequemlichkeiten des Alltags gegen einen arbeitsreichen Almsommer oder zumindest einige entspannte Tage in den Bergen einzutauschen. Bemühen wir uns gemeinsam, diese Orte der Erholung zu erhalten.“

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Von agrowerbungadmin August 24, 2011 12:58