Eßl: Bauernbund wollte keine Landschaftselemente

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Februar 5, 2015 11:33

Eßl: Bauernbund wollte keine Landschaftselemente

„Wir sind nicht glücklich über diesen Kompromiss, aber jetzt brauchen wir eine positive Umsetzung

Seit dem Jahr 1995 sind diese Landschaftselemente ÖPUL-Fördervoraussetzung und auch Berechnungsbestandteil der Grundförderung. Als Teil der Maßnahmen „UBAG“ und „Bio“ hieß das „Erhalt und pfleglicher Umgang mit Landschaftselementen“. Büsche und Sträucher waren als flächenförmige Landschaftselemente klar zu erkennen. Bei Bäumen gestaltete sich die Definition schon schwerer, da sie an eine Prägung der Landschaft gebunden war. „Wer beurteilt, was landschaftsprägend ist? Das ist sehr subjektiv und darum auch nicht eindeutig“, sagt dazu Abg. z. NR LK-Präsident Franz Eßl.

Jeder Bauer, der die Richtlinie zum beantragten Programm gelesen hat, wusste, dass die Erhaltungspflicht gegeben war.

Wurde ein Baum entfernt, war es nötig, dies zu dokumentieren bzw. einen Ersatz zu pflanzen. Die Landschaftselemente waren bisher im GIS (geografisches Informationssystem) nicht verortet und konnten daher wenn überhaupt auch nur im Zuge von Vor-Ort-Kontrollen überprüft werden.

Jetzt, in der laufenden Programmperiode sind Landschaftselemente ein verpflichtender Bestandteil von Bio und UBB. „Wir wollten nicht, dass die Landschaftselemente ein Schwerpunkt im neuen ÖPUL sind. Es war ganz und gar nicht unser Wunsch, dass die LSE diese Rolle spielen“, sagt Eßl. Der Salzburger Bauernbund wollte, dass die verpflichtende Erhaltung der Landschaftselemente eine eigene freiwillige Maßnahme im ÖPUL wird. „Aber der Naturschutz hat in Brüssel großen Stellenwert und so kamen wir nicht darum herum, sie im ÖPUL zu berücksichtigen und diesen Kompromiss mussten wir eingehen, um wieder ein Umweltprogramm genehmigt zu bekommen. Dafür werden die Landschaftselemente in Zukunft aber extra abgegolten. Die Digitalisierung haben der Rechnungshof und die Europäische Kommission gefordert. Damit haben die Bauern aber auch Vorteile. Sie wissen genau, wie viele LSE sie erhalten müssen. Außerdem haben wir eine Toleranz von 10 % durchgesetzt. Das bedeutet, von zehn Bäumen kann einer ohne Begründung fehlen. Ansonsten braucht es bei bzw. vor Veränderungen der LSE Ersatzpflanzungen oder Genehmigungen durch die Behörde.“

Aktuell macht die AMA nun eine Erstzuteilung der Salzburger Landschaftselemente. Dieser kann der Landwirt zustimmen oder nicht. Er hat jedenfalls Mitwirkungspflicht bei der Aufnahme seiner LSE, er muss auch weitergeben, welche LSE in seiner Verfügungsgewalt stehen. Die Bezirksbauernkammern unterstützen ihn bei der fachlichen Abwicklung. „Wir sind damit nicht glücklich, müssen dieses Programm aber für die Zukunft praktikabel umsetzen“, sagt Eßl. „Es ist unsere Aufgabe, die Bauern in Sachen Landschaftselemente bestmöglich zu beraten und Sachverhalte mit ihnen zu klären. Wir werden kompetente Beratung anbieten, wo wir nur können, damit wir das positiv bewältigen können“, sagt Eßl.

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Februar 5, 2015 11:33