Eßl: Ausweisung von Natura-2000-Gebieten nur mit Einwilligung der Grundeigentümer

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund August 26, 2014 13:42

Eßl: Ausweisung von Natura-2000-Gebieten nur mit Einwilligung der Grundeigentümer

Abg. z.NR Franz Eßl

Abg. z.NR Franz Eßl

Gemeinsame Aussprache mit der grünen Landesrätin Astrid Rössler

Kritik und Verunsicherung herrschen bei bäuerlichen Grundeigentümern aufgrund von neuen Flächenwidmungen zur Ausweisung von Natura 2000-Schutzgebieten und Biotopen. Aus diesem Anlass lud Landwirtschaftskammerpräsident und ÖVP-Bauernbund-Abgeordneter Franz Eßl die für Naturschutz zuständige Landesrätin Astrid Rössler vor kurzem zu einer gemeinsamen Aussprache mit Vertretern der Bezirksbauernkammern und Fachexperten ein. „Das Gespräch war ein erster wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit und die Dialogbereitschaft zu verbessern“, weist Eßl auf die Zusage Rösslers hin, Nachnominierungen künftig im Einvernehmen mit den Grundeigentümern vor zu nehmen.

 

Nachnominierungen bis Ende September

Aufgrund eines Mahnschreibens im vergangenen Mai sowie der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen Österreich wegen angeblich unvollständiger Umsetzung der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) ist der Druck groß, den Rückstand bei der Ausweisung von Natura-2000-Schutzgebieten fristgerecht aufzuholen. Denn bis Ende September sollten erste Gebiete nachnominiert werden, die durch die Osterweiterung der EU hinzugekommen sind. „Das alles darf aber nicht auf Kosten der Grundeigentümer geschehen. Einschränkungen durch höhere Auflagen bei der Bewirtschaftung müssen abgesprochen und auch abgegolten werden“, setzt sich Eßl für die Anliegen der betroffenen Bäuerinnen und Bauern ein.

 

Regierungsprogramm einhalten

Im Regierungsübereinkommen zwischen ÖVP, Grünen und Team Stronach ist klar geregelt, dass der partnerschaftliche Umgang mit den Grundeigentümern die Basis für einen erfolgreichen Naturschutz ist und auch weiterhin die Ausweisung von Schutzgebieten nur mit Zustimmung der Grundeigentümer zu erfolgen hat. „An diese Einbindung der Grundeigentümer bzw. deren Vertretung im Sinne von Mitsprache, auch bereits bei der Ausarbeitung des Kriterienkatalogs, ist daher festzuhalten“, betont Eßl. Weiters fordert der ÖVP-Abgeordnete partnerschaftliche Zusammenarbeit, was mögliche Auswirkungen bei der Schutzgebietsausweisung betrifft und bei notwendigen Entschädigungsfragen.

Liste der Lebensraumtypen und -arten für die die Europäische Kommission in Salzburg Nachholbedarf sieht.

 

 

Martina Kern

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund August 26, 2014 13:42