Dringlicher Antrag: Milchmarkt

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Dezember 5, 2014 14:22

Das Russland-Embargo trifft die Milchbauern die Verarbeitungsbetriebe aber auch Erzeuger und Vermarkter anderer Lebensmittel empfindlich. Durch die Importsperre drängen derzeit verstärkt ausländische Milch und Milchprodukte wie Käse und Butter zu Billigpreisen auf den Markt und stören das Marktgeschehen. Der Preisdruck bei allen Milchprodukten ist enorm. Rund 250.000 t Käse oder 35.000 t Butter, die Russland jährlich aus der EU importiert hat, kommen jetzt europaweit auf den Markt. Die heimischen Verarbeitungsbetriebe können den für Russland hergestellten Käse nicht liefern. Um den Einfluss der Importeinschränkung Russlands zu dämpfen wurde auf EU-Ebene das Budget für Absatzfördermaßnahmen deutlich aufgestockt.

Die Sorge um die Entwicklung der  Erzeugerpreise bei  den Lebensmitteln wie Milch und Fleisch haben  die Mitglieder des Salzburger Bauernbundes in der Vollversammlung der Salzburger Landwirtschaftskammer dazu  bewogen,  folgenden

D R I N G L I C H E N    A N T R A G

zu stellen

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg möge sich bei den jeweils Verantwortlichen in der EU-Kommission, der Handelsketten sowie der Gastronomie und Hotellerie dafür verwenden, dass die Auswirkungen der Importsperren auf die Bäuerinnen und Bauern durch folgende begleitende Maßnahmen kompensiert werden:

  • Es sind seitens der Kommission weitere verstärkte Maßnahmen zu setzen, um einerseits neue Märkte zu erschließen und andererseits zusätzliche Mittel aus dem Kriseninterventionsfonds zur Verfügung zu stellen. Diese Unterstützung darf jedoch nicht dazu führen, dass diese Gelder in anderen agrarischen Bereichen gekürzt werden.
  • Eine gute Partnerschaft zeigt sich erfahrungsgemäß in schwierigen Zeiten. Die Verantwortlichen der Handelsketten sowie der Lebensmitteldiskonter sollen weitsichtig denken und die derzeitige Marktsituation nicht ausnützen, sondern für unsere Produkte entsprechende Preise zu bezahlen.
  • Die Gelder aus der Superabgabe, welche in den allgemeinen EU-Haushalt fließen, sollen wieder den Milchbauern zu Gute kommen.
  • Die heimische Gastronomie und Hotellerie soll unseren Gästen verstärkt regionale Produkte anbieten, welche in der gepflegten Kulturlandschaft produziert werden.

Salzburg, am 5. Dezember 2014

Salzburger Bauernbund
Von Salzburger Bauernbund Dezember 5, 2014 14:22